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Das Vorwort & Glosse aus dem Beepworld Newsletter

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Samstag, 19. November 2011

Beepworld.de - NEWSLETTER #191 vom 18.11.2011

Von thofi, 13:02
VORWORT Ich liebe das Internet. Es ist effizient, hilfreich und bequem. Eine andere Meinung würde auch keiner von mir erwarten. Wenn ich weiß was ich suche, habe ich es fast im selben Moment auch schon gefunden, dank Suchmaschinen. Ich war noch nie so gut informiert wie jetzt, dank Smartphone sogar auch von unterwegs. Schlage ich mal eine Tageszeitung auf, so geht mein Blick bald zum Datum. Die soll von heute sein? Die Nachrichten kenne ich doch schon alle, von gestern Abend: iPhone kills the printed stars.
Und trotzdem fehlt mir etwas. In Zeitungen und Magazinen konnte ich Artikel finden und lesen, die ich nie gesucht hatte, fernab von meinen Interessengebieten: spannend, informativ, interessant, amüsant, aber aus bisher unbekanntem Terrain. Die fehlen mir jetzt.
Leitartikel, die aus Nachrichten erst ein Weltbild formen, fehlen mir auch. Und noch etwas fiel mir auf. Die Suchmaschinen bieten mir auf den ersten paar Seiten nur noch Ergebnisse, die meine früheren Suchanfragen berücksichtigen. Zulernen? Neue Interessengebiete? Ist bei Google und Co. nicht vorgesehen.
Man kann dank Internet immer mehr wissen, ohne wirklich klüger zu werden.
Ich habe wieder eine Tages- und Wochenzeitung abonniert,
meint Euer thofi

GLOSSE

Jetzt geben Sie es doch einfach mal zu, Sie haben Angst. Nein, nicht vor Ihrer Schwiegermutter, das heißt ja, das natürlich auch, aber ich spreche von etwas noch furchteinflößenderem, dem Alter.
Sie kennen natürlich auch die Statistiken: Während die Weltbevölkerung ständig wächst, jetzt sind es schon 7 Mrd., schrumpft und altert die Bevölkerung hierzulande, was das Zeug hält. Und wenn bald die Hälfte von uns alt ist, wer pflegt uns dann? Die andere Hälfte? Wissen Sie jetzt, warum Sie tatsächlich Angst haben müssen? Nein, ich mach‘ doch nur Scherze. Natürlich gibt es Hoffnung, und die kommt gerade aus dem Land, Sie wissen schon, das mit der strahlenden Zukunft, aber vielen alten Menschen.
Dort unterstützt Ri-Man die knappen Pflegekräfte, kann riechen, sehen, hören, und trägt die Alten auch schon mal ins Bett, serviert ihnen Speis und Trank, leert die Bettpfanne und spielt mit ihnen Spiele. Ach so, er ist natürlich ein Roboter, ein humanoider.
Nicht, dass die Alten das nicht bemerken würden, denn wer immer während freundlich, geduldig und lächelnd seine Arbeit verrichtet, kann nicht menschlich sein. Aber Angst haben die Alten nicht mehr vor ihnen.
An der Hotelrezeption und als Lehrer begegnet man ihnen in Japan bereits häufiger. Und in einem Stuttgarter Altenheim werden die "Care O-Bots" auch bereits als Hilfskräfte für die Pfleger getestet.
Sehen Sie, Angst brauchen Sie also nicht mehr zu haben. Nicht vor dem Alter, nur noch davor, dass dann mal der Strom ausfällt und sich Ihrem Bett plötzlich so seltsame ungeschickte und unfreundliche Wesen in Weiss nähern, mürrisch und gehetzt, ständiger Blick auf die Uhr, weil die Kasse ihnen nur 7 Minuten für Ihre Ganzkörperpflege und Anziehen verrechnen, und die tatsächlich behaupten, Ihre echten Pfleger zu sein.
Sehen Sie, davor müssen Sie Angst haben. Das ist kein Scherz.