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Das Vorwort & Glosse aus dem Beepworld Newsletter

aus dem seit 10 Jahren erscheinenden Beepworld Newsletter


Beepworld.de - NEWSLETTER #188 vom 26.07.11

Von thofi, 25.07.2011, 14:13

Vorwort

Cocooning, das Ende des öffentlichen Raums, Isolierung, Vereinsamung und Vereinzelung, totaler Rückzug ins Private, was wurde nicht schon alles prognostiziert, wozu die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt unvermeidlich führen würden.
Thessa lud kürzlich ihre engsten Freunde zur Geburtstagsfeier nach Hamburg ein und gab ihre Wohnadresse bekannt, über Facebook, aber versehentlich öffentlich. Selbst die Polizei konnte nicht wirklich helfen, um die mehr als tausend wildfremden Gäste von dieser ungewollten Megafeier fern zu halten. Bisher übersehen: Auch der digitale Mensch sehnt sich nach realem Kontakt zu Artgenossen, je mehr und näher desto besser, und jetzt hat er mit Twitter und Facebook auch die Werkzeuge um solche Zusammentreffen zu bewerkstelligen.
Per Facebook oder Twitter wird sich zum Polkatanzen vor Rathäusern verabredet, zum Planking, dem massenhaften Hinlegen auf öffentlichen Plätzen, dem flashmobbing, spontan verabredetem Partyfeiern auf Parkplätzen oder in Parkhäusern in unwirtlichen Stadtgegenden, gemeinsamen Anstreichaktionen von grauen Betonpfeilern oder dem Blumen pflanzen an staubigen Stadtstraßenrändern zu Hunderten. Per youtube-Video wird dann der Weltgemeinschaft von dem Event Kunde gegeben.

Stadträume werden zurück erobert, reale Räume werden mit sinnlichen, körperlichen Erfahrungen gekoppelt. Das Mitmach-Web 2.0, jeder ein potenzieller Produzent, war der Beginn, angefangen bei dem Wikipedia-Projekt, längst erweitert auf Musikportale und youtube.
Zunehmend verschmilzt der virtuelle Raum mit dem realen, gleichzeitig hebt sich die Trennung von privatem und öffentlichem Raum auf. Solange der digitale Mensch selbstbestimmt bleibt, oder meint, es zu sein, stört ihn der selbstgesteuerte Verlust des Privaten nicht. Jetzt wird vieles in der Öffentlichkeit gemacht, was früher nur dem privaten Umfeld vorbehalten war, z.B. sich öffentlich massieren zu lassen, für alle vernehmlich zu telefonieren, in unisex Umkleideräumen sich gemeinsam umzuziehen, oder sehr private Clips und Fotos ins Netz zu stellen.

Auch die Kunst erobert zunehmend öffentliche Räume. Doku-Theater, d.h. Menschen und Geschehnisse aus dem realen Leben auf die Bühne zu stellen, ist heute. Morgen IST das Leben in der Öffentlichkeit die Bühne und wird zur Kunst erklärt. Nicht die Kunst lässt sich mehr instrumentalisieren, selbstbestimmt instrumentalisiert sie öffentliche Events.

Für uns digitalen Menschen sind Raum und Zeit unbedeutend geworden. Durch das millionenfach verbreitete Smartphone sind wir an keinen Ort und keine Zeit mehr gebunden, um zu arbeiten, zu kommunizieren, uns weiter zu bilden, zu informieren oder uns unterhalten zu lassen. Der Ort unseres Aufenthaltes, ob Büro oder Südseeinsel, Stadtpark oder Kaffeehaus ist unbedeutend geworden. Es sind wir, die Diginoms, die digitalen Nomaden, die öffentliche Räume zurück erobern und die Öffentlichkeit neu als unser Zuhause wählen, beobachtet euer thofi.

Glosse

Haben Sie oder haben Sie noch nicht? Nein? Dann wird’s
aber Zeit. Schließlich haben´s ganz viele schon. Was? Na, ein social net, für Sie als Anglophoben: ein Soziales Netz, capito? Wie, Sie sind schon lange Mitglied? Ich rede doch nicht von Mitgliedschaft bei Facebook und Co, sondern
von dem weit verbreiteten Hobby, ein eigenes soziales Netz zu gründen. Wer kennt wen, der noch nicht hat. Wer nennt die Zahlen, wer kennt die Namen, die da u.a. lauten Facebook, Lokalisten, MeinVZ, MySpace, StudiVZ, Wer-kennt-wen, Xing, Stayfriends, spin, uboot, kwick!, lokalisten, linkedin, Jappy, fotocommunity, Netmoms, Jux, aki-aki, grafiker, yourfriends…..

Der letzte bekannte Stand redet von über 150 sozialen Netzen, die allein um die Mitgliedschaft der rund 80 Mio. Deutschen buhlen. Die Hälfte der Deutschen ist mittlerweile schon dabei. Wie, Sie wollen nicht, nicht noch eins gründen? Sie trauen sich nicht, gegen die Übermacht von Facebook mit über 700 Mio. Nutzern auf der Welt an zu kommen? Feigling. Etwas Mut und Kreativität bitte.

Na gut, ich helfe Ihnen ein bisschen. Der Name ist wichtig, nennen Sie es doch z.B. ja, was halten Sie von google, ach gibt‘s schon, dann google+, genau. Innovativer Name und dann müssen Sie noch einen besonderen Anreiz schaffen, Mitglied zu werden. Sie können doch z.B. verbieten, Mitglied zu werden, genau.
Alte Marketingweisheit, was für jeden leicht erreichbar ist, ist nichts für jeden, da nicht sexy. Ja, dann sagen wir mal, nur ein Freund, der schon Mitglied ist, darf den Antrag stellen, Sie einladen zu dürfen. Genau, so machen wir das. Einmalig! Wie, nicht einmalig? Hat Google gerade gemacht, und bereits in der Testphase über 20 Mio. Mitglieder gewonnen? Wieder mal um 4 Wochen zu spät gekommen, um sicher Milliardär zu werden. Naja, da bleibt ihnen aber zumindest, Mitglied zu werden, bei google+.

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